KINDgerecht

 

 

Das eigene Geschlecht zu entdecken und sich damit in der Welt als Mädchen oder Junge zu verorten, ist in der kindlichen Entwicklung ein wichtiger und notwendiger Schritt zu sich selbst. Die Entwicklung geschlechtsspezifischer Eigenschaften zeigt sich neben den Unterschieden in der körperlichen und geistigen Entwicklung auch im unterschiedlichen Spielverhalten

Bis zum dritten Lebensjahr unterscheiden sich Mädchen und Jungen noch kaum in der Wahl der bevorzugten Spielzeuge. Allerdings sind Jungen meist körperlich aktiver und unruhiger - aber auch lauter: Zwei Drittel aller in Schreiambulanzen vorgestellten Babys sind Jungen. Bekannt ist auch, dass Jungs schon im Babyalter stressanfälliger sind als ihre weiblichen Pendants. Schon geringe, dauerhafte Störungen und Belastungen wie Lärm führen zu einer starken Erhöhung des Stresshormons Kortisol. Bis zum Alter von drei Jahren ist ein “Selbst-Bewusstsein” noch nicht wirklich vorhanden. Kinder wissen dann zwar um die beiden Geschlechter, sie sind ihnen dann aber noch nicht bewußt.

Im Alter zwischen drei und sechs Jahren dagegen erleben und leben Kinder ihre jeweilige “Weiblichkeit” und “Männlichkeit” dann besonders auffällig aus. Bei Jungen erhöht sich der Testosteronspiegel, wodurch sich mehr und mehr "jungentypische" Eigenschaften zeigen: Ein weiter gesteigerter Bewegungsdrang und vor allem zunehmende Wettstreits und -spiele mit anderen Jungen. Ein besonders großes Interesse von Jungs an feinmotorischen oder “feinsinnigen” Aktiviäten kann  ihnen in diesem Alter dagegen eher weniger nachgesagt werden. Ihre Helden und Vorbilder finden Jungen in diesem Alter bevorzugt unter z.B. Rittergestalten oder WildWest-Legenden. Sie sind Sheriff oder Indianerkrieger, Räuber oder Gendarme. Und sie messen sich in Schwertkämpfen und Revolverduellen.

 

Eltern, Großeltern oder sonst mit der “Erziehung” des Jungen betraute Erwachsene können jedoch gelassen bleiben. Das jeweilige Geschlechterbild zu überzeichnen ist ein ganz normaler und wichtiger Vorgang in der Entwicklung des Kindes. Das Pendel schlägt irgendwann wieder zurück und das Kind orientiert sich dann an den Vorbildern und Verhaltensweisen seiner Eltern.


 

  

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